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Ihre Zero-Trust-Transformation mit ZTNA und ABAC

Technisch12. Feb. 2025Stefan Keller, Chief Product Officer
Ihre Zero-Trust-Transformation mit ZTNA und ABAC

Cybersecurity ist heute wichtiger denn je. Angesichts immer raffinierterer Bedrohungen und strenger werdender regulatorischer Vorgaben wie NIS2 in Europa und DORA für den Finanzsektor müssen Unternehmen ihre traditionellen Netzwerksicherheitsmodelle überdenken. Zwei Konzepte haben in diesem Umfeld deutlich an Bedeutung gewonnen: Zero Trust Network Access (ZTNA) und Attribute-Based Access Control (ABAC). In Kombination bilden sie einen robusten Schutzmechanismus, der modernen Compliance-Anforderungen ebenso gerecht wird wie der sich wandelnden Bedrohungslage.

Zero Trust Network Access (ZTNA) verstehen

Zero Trust Network Access ist ein Sicherheitsparadigma, das den traditionellen Ansatz „trust but verify“ durch das Modell „never trust, always verify“ ersetzt. Anders als klassische, perimeterbasierte Verteidigungen geht ZTNA davon aus, dass Bedrohungen außerhalb wie innerhalb des Netzwerks existieren können. Statt pauschalen Zugriff auf Basis des Netzwerkstandorts zu gewähren, stellt ZTNA sicher, dass jede Zugriffsanfrage authentifiziert, autorisiert und verschlüsselt wird - unabhängig davon, woher sie stammt.

Zu den Kernelementen von ZTNA gehören:

  • Granulare Zugriffskontrolle: Benutzer, Geräte und Anwendungen erhalten nur die minimalen Zugriffsrechte, die sie für ihre Aufgaben benötigen.

  • Kontinuierliche Überprüfung: Statt einer einmaligen Authentifizierung beim Zutritt bewertet ZTNA die Vertrauenswürdigkeit von Benutzern und Geräten fortlaufend.

  • Mikrosegmentierung: Netzwerke werden in kleinere Segmente unterteilt, um die laterale Bewegung potenzieller Angreifer einzuschränken und das Gesamtrisiko eines Sicherheitsvorfalls zu senken.

Da Cyberbedrohungen - von Ransomware bis zu ausgeklügelten Phishing-Kampagnen - weiter zunehmen, sorgt der ZTNA-Ansatz dafür, dass der Schaden begrenzt bleibt, selbst wenn ein Angreifer in ein Netzwerksegment eindringt.

Attribute-Based Access Control (ABAC) im Detail

Attribute-Based Access Control (ABAC) ist eine fortschrittliche Methode zur Steuerung von Benutzerzugriffen auf Ressourcen. Dabei werden Attribute ausgewertet, die mit dem Benutzer, der Ressource und der aktuellen Umgebung verknüpft sind. Diese Attribute können ganz unterschiedliche Datenpunkte umfassen, etwa Benutzerrollen, Sicherheitsfreigaben, Zugriffszeitpunkt, Standort und sogar Verhaltensmuster.

Die Stärke von ABAC liegt in seiner dynamischen, kontextbezogenen Arbeitsweise:

  • Kontextbasierte Entscheidungen: ABAC ermöglicht Zugriffsentscheidungen auf Basis von Echtzeitdaten. So kann ein Benutzer während der Geschäftszeiten von einem sicheren Standort aus Zugriff erhalten, während ihm derselbe Zugriff aus einem unbekannten oder unsicheren Netzwerk verweigert wird.

  • Feingranulare Berechtigungen: Anders als Role-Based Access Control (RBAC), das auf Basis der Funktionsbezeichnung mitunter weitreichenden Zugriff gewährt, erlaubt ABAC eine präzisere Steuerung. Richtlinien können mehrere Attribute gleichzeitig berücksichtigen und minimieren so das Risiko überzogener Berechtigungen.

  • Skalierbarkeit: Wachsen Unternehmen und werden ihre IT-Umgebungen komplexer, skaliert ABAC effizient mit: Attribute lassen sich dynamisch aktualisieren oder anpassen, ohne dass die gesamte Zugriffsrichtlinie überarbeitet werden muss.

Warum Zero Trust im heutigen regulatorischen Umfeld unverzichtbar ist

Die Cybersecurity-Landschaft hat sich dramatisch verändert: In den vergangenen Jahren haben Datenlecks und Cyberangriffe sprunghaft zugenommen - mit tiefgreifenden Folgen für Unternehmen wie für Einzelpersonen. Regulatorische Rahmenwerke wie NIS2 und DORA wurden eingeführt, damit Unternehmen nicht nur robuste Cybersecurity-Maßnahmen umsetzen, sondern auch strenge Standards für operative Resilienz und Risikomanagement einhalten.

  • NIS2 (Network and Information Security Directive): Die überarbeitete EU-Richtlinie verpflichtet Betreiber wesentlicher Dienste und digitaler Infrastrukturen zu höheren Sicherheitsstandards. Im Mittelpunkt stehen Incident-Meldungen, Risikomanagement-Praktiken und Cybersecurity-Maßnahmen, die sich an neue Bedrohungen anpassen können.

  • DORA (Digital Operational Resilience Act): DORA richtet sich an den Finanzsektor und schreibt einen umfassenden Umgang mit operativen Risiken vor - einschließlich der Cyberrisiken. Die Verordnung verpflichtet Finanzinstitute zu fortschrittlichen Risikomanagement-Frameworks, damit kritische Funktionen selbst unter Cyberbedrohungen unterbrechungsfrei weiterlaufen.

Ein Zero-Trust-Modell umzusetzen ist damit nicht mehr nur Best Practice, sondern zunehmend eine regulatorische Notwendigkeit. ZTNA-Frameworks helfen Unternehmen, diese Vorgaben zu erfüllen: Jede Zugriffsanfrage wird kontinuierlich anhand aktueller Threat Intelligence und geltender Compliance-Anforderungen validiert.

Die Synergie von ZTNA und ABAC

Werden ZTNA und ABAC gemeinsam implementiert, entsteht eine mehrschichtige Sicherheitsarchitektur, die widerstandsfähig und anpassungsfähig zugleich ist. Das macht die Kombination so stark:

  • Höheres Sicherheitsniveau: Mikrosegmentierung und kontinuierliche Überprüfung durch ZTNA greifen nahtlos mit der dynamischen Richtliniendurchsetzung von ABAC ineinander. Durch die Integration beider Modelle stellen Unternehmen sicher, dass nur die richtigen Benutzer zur richtigen Zeit und unter den richtigen Bedingungen auf die richtigen Ressourcen zugreifen.

  • Bessere regulatorische Compliance: Die kontinuierlichen, kontextbezogenen Authentifizierungsmechanismen von ZTNA und die feingranularen Zugriffsrichtlinien von ABAC helfen Unternehmen, die strengen Anforderungen von Regularien wie NIS2 und DORA besser zu erfüllen. Der einheitliche Ansatz vereinfacht Audits und liefert klare Compliance-Nachweise.

  • Reduzierte Angriffsfläche: Das traditionelle Modell „einmal drin, alles offen“ eröffnet Angreifern oft Möglichkeiten zur lateralen Bewegung. ZTNA minimiert dieses Risiko durch Mikrosegmentierung, während ABAC die Zugriffsrechte anhand von Echtzeit-Attributen präzise steuert. Zusammen schaffen sie eine Sicherheitsumgebung, in der der potenzielle Schaden eines Angriffs deutlich begrenzt wird.

  • Flexibilität und Skalierbarkeit: Sowohl ZTNA als auch ABAC sind auf Flexibilität ausgelegt. Entwickelt sich das Unternehmen weiter, wachsen die Sicherheitsrichtlinien mit - ob bei der Expansion in neue Regionen, der Integration von Cloud-Diensten oder der Einbindung von Remote-Teams. Die Kombination skaliert nahtlos, ohne Abstriche bei der Sicherheit.

  • Kontextgesteuerte Sicherheit: Moderne Cyberbedrohungen sind nicht statisch - sie passen sich an und entwickeln sich weiter. Mit den kontextbezogenen Fähigkeiten von ABAC innerhalb eines Zero-Trust-Frameworks können Unternehmen ihre Zugriffskontrollen dynamisch an die veränderte Bedrohungslage anpassen. So bleiben die Sicherheitsmaßnahmen dauerhaft robust und wirksam.

Ein Beispiel: In einem Finanzinstitut betreut ein vertrauenswürdiger Dienstleister aus der Ferne Updates für die Handelsplattformen. Über Zero Trust Network Access (ZTNA) ist seine Verbindung auf einen segmentierten Netzwerkbereich beschränkt, sodass nur bestimmte Systemkomponenten erreichbar sind. Attribute-Based Access Control (ABAC) verfeinert die Berechtigungen zusätzlich, indem Attribute wie die Rolle des Dienstleisters, der Sicherheitsstatus des Geräts, die Tageszeit und der Transaktionskontext ausgewertet werden. Kompromittiert ein Angreifer die Zugangsdaten des Dienstleisters, begrenzen die kombinierten ZTNA- und ABAC-Maßnahmen den Vorfall auf ein eng umrissenes Segment. Dieser Ansatz beschränkt unbefugte Zugriffe, schützt sensible Finanzdaten und minimiert mögliche Betriebsunterbrechungen - und stärkt so die Resilienz der gesamten Systemlandschaft des Instituts.

Fazit

In einer Welt immer raffinierterer Cyberbedrohungen und wachsenden regulatorischen Drucks ist ein Zero-Trust-Sicherheitsmodell keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit. Zero Trust Network Access in Kombination mit Attribute-Based Access Control bietet einen wirkungsvollen Schutzmechanismus, der nicht nur regulatorische Anforderungen wie NIS2 und DORA erfüllt, sondern auch für ein flexibles, skalierbares und robustes Sicherheitsniveau sorgt.

Indem jeder Zugriffsversuch kontinuierlich überprüft wird und Entscheidungen dynamisch und kontextbezogen fallen, reduzieren Unternehmen ihre Risikoexposition erheblich und stärken ihre gesamte Cybersecurity-Strategie. Für Unternehmen, die die Herausforderungen der digitalen Transformation meistern, ist die Integration von ZTNA und ABAC eine vorausschauende Strategie, die sensible Daten ebenso schützt wie kritische Infrastrukturen - in einer Bedrohungslandschaft, die sich unaufhörlich verändert.

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