Konsolidierung ist nicht der Feind: Risiko in modernen SASE-Architekturen neu gedacht
Cloud-Ausfälle bei grossen Anbietern sorgen häufig für Schlagzeilen über «Überkonsolidierung» und schüren die Angst, dass die Abhängigkeit von einer einzigen Plattform grundsätzlich riskant sei. Diese Bedenken sind zwar nachvollziehbar, erzählen aber nicht die ganze Geschichte. In modernen SASE- und Netzwerkarchitekturen kann Konsolidierung die Resilienz erhöhen, den Betrieb vereinfachen, Risiken reduzieren und sogar Kosten optimieren – und damit etwas, das wie eine Schwäche wirkt, in einen strategischen Vorteil verwandeln.
Jüngste Cloud-Ausfälle bei grossen Anbietern wie AWS, Azure und Cloudflare haben erneut Sorgen über eine sogenannte «Überkonsolidierung» ausgelöst. Das ist eine berechtigte Sorge: Die Abhängigkeit von wenigen, extrem grossen Anbietern schafft systemische Abhängigkeiten, die sich branchenübergreifend auswirken können. Doch der Reflex, diese Ausfälle automatisch mit einer inhärenten Fragilität der eigenen Netzwerk- und Sicherheitsentscheidungen gleichzusetzen, ist irreführend. Gerade im Kontext von SASE und modernen, cloud-nativen Netzwerken bedeutet Konsolidierung nicht automatisch ein höheres Risiko. Im Gegenteil: Die zugrunde liegenden Architekturen sind darauf ausgelegt, Resilienz intelligent zu verteilen. Eine durchdachte Anbieterwahl kann die operative Komplexität senken und die Gesamtzuverlässigkeit verbessern.
Zentrale Missverständnisse: Single Points of Failure und Vendor Lock-in
Zwei Annahmen dominieren die Diskussion rund um Konsolidierung bei Netzwerk- und Sicherheitsplattformen. Die erste ist die Vorstellung, dass die Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter einen Single Point of Failure schafft: Fällt der Anbieter aus, fällt alles aus. Die zweite ist der Glaube, dass die Nutzung einer einzigen Plattform zwangsläufig zu Vendor Lock-in führt und Organisationen dauerhaft an die Einschränkungen dieses Anbieters bindet. Auf den ersten Blick wirken diese Bedenken unterschiedlich, doch sie teilen dieselbe Grundintuition – dass Zentralisierung Risiken konzentriert.
Die Realität sieht jedoch anders aus. Moderne Netzwerk- und Sicherheitsplattformen sind darauf ausgelegt, Konsolidierung zu einer Stärke statt zu einer Schwäche zu machen. Zentralisierung bedeutet hier nicht Fragilität, sondern eine koordinierte Steuerung von Infrastruktur, Monitoring und Policy-Durchsetzung im grossen Massstab. Das ermöglicht vorhersehbare Resilienz und operative Konsistenz.
Aus Risikoperspektive ergibt das auch intuitiv Sinn: Risiko lässt sich als Produkt aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung verstehen, beide auf einer Skala von 0 bis 1. Indem entweder die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls oder dessen potenzielle Auswirkungen reduziert werden, senkt eine konsolidierte Plattform das Gesamtrisiko effektiv und liefert messbare Vorteile.
Einheitliche Plattform, verteilte Architekturen
Moderne Sicherheits- und Netzwerkplattformen sind längst keine monolithischen Systeme mehr. Ihre Architekturen sind von Grund auf verteilt – über mehrere Regionen, Points ofPresence (PoPs), Rechenzentren und Netzwerkpfade hinweg. Failover erfolgt automatisch, Routing passt sich in Echtzeit an, und Telemetriedaten werden plattformweitzusammengeführt. Diese interne Verteilung stellt sicher, dass kein einzelner Fehler das gesamte System kompromittieren kann, und macht konsolidierte Plattformen deutlichrobuster, als sie auf den ersten Blick erscheinen.
Tatsächlich kann eine einzelne, gut konzipierte SASE-Plattform zuverlässiger und widerstandsfähiger sein als ein Flickenteppich aus mehreren Anbietern und Punktlösungen. Das Management separater SD-WAN-Appliances, Sicherheits-Stacks und Netzwerkgeräte führt häufig zu operativen Lücken, blinden Flecken und inkonsistenten Richtlinien. Durch die Konsolidierung von Funktionen unter einer einzigen, gemanagten Plattform profitieren Organisationen von intelligenter Verteilung, globaler Redundanz und konsistenterDurchsetzung – ein klarer Beleg dafür, dass moderne Konsolidierung darauf abzielt, Risiken strategisch zu verteilen und nicht zu konzentrieren.
Horizontale Fragmentierung bedeutet erhöhte Fragilität
Zugegeben: Konsolidierung ist nicht völlig risikofrei. Fragmentierung bringt jedoch eigene Herausforderungen mit sich, die weitaus häufiger auftreten – und oft unterschätzt werden. Viele Organisationen gehen davon aus, dass die Verteilung von Funktionen auf mehrere Anbieter automatisch Redundanz schafft. In der Praxis passiert jedoch oft das Gegenteil. Jede zusätzliche Plattform bringt ihr eigenes Betriebsmodell, ihre eigenen Update-Zyklen und ihre eigenen Annahmen zu Identität, Routing oder Durchsetzung mit. Statt das Risiko zusenken, vergrössert diese Komplexität die Angriffs- und Fehlerfläche und erschwert eine kohärente, vorhersehbare Sicherheitsstrategie.
Deshalb erhöht horizontale Anbieterzersplitterung in der Regel die Fragilität, statt sie zu verringern. Mehr bewegliche Teile bedeuten mehr Ebenen, die koordiniert werden müssen, mehr unbekannte Wechselwirkungen und mehr Stellen, an denen Ausfälle entstehen können – insbesondere in gemeinsam genutzten Schichten wie BGP, DNS, Zertifizierungsstellenoder Internet-Routing, wo unterschiedliche Systeme aufeinandertreffen. Hinzu kommen steigende Lizenz- und Supportkosten, da Organisationen mehrere Anbieter für überlappendeFunktionen bezahlen. Das Ergebnis ist ein System, das schwerer zu analysieren, schwerer abzusichern und schwerer konsistent zu betreiben ist.
So sieht das in der Praxis häufig aus:
- Mehr Anbieter → mehr Fehlermodi
- Mehr Anbieter → inkonsistente Richtlinien
- Mehr Anbieter → Integrationsfehler
- Mehr Anbieter → operative blinde Flecken
- Mehr Anbieter → höhere Lizenz- und Supportkosten
Eine einheitliche Architektur vermeidet viele dieser Fallstricke, indem sie konsistente Richtlinien, gemeinsame Telemetrie und koordiniertes Verhalten über das gesamte Gefügehinweg sicherstellt. Mit anderen Worten: Weniger Komplexität und mehr Kohärenz führen oft zu weniger operativer Fragilität – nicht zu mehr.
Konsolidierung fördert Plattformreife und Konsistenz
Ein häufig übersehener Vorteil der Konsolidierung ist, dass sie eine einheitliche und vorhersehbare Weiterentwicklung von Plattformen ermöglicht. Eine SASE-Plattform aus einerHand kann gezielt und kontinuierlich in alle Ebenen ihrer Architektur investieren, sodass Verbesserungen in einem Bereich Stabilität und Performance in anderen Bereichenverstärken. Dadurch können konsolidierte Plattformen Fähigkeiten bieten, die fragmentierte Stacks kaum erreichen, etwa:
- Globale PoPs für Redundanz
- Automatisches Failover und Disaster Recovery
- Gemeinsame Telemetrie für umfassende Transparenz
- Koordinierte Updates
- Einheitliche Policy-Engines
In einem Multi-Vendor-Flickenteppich hingegen entwickelt sich jede Komponente in ihrem eigenen Tempo. Updates kollidieren, Richtlinien driften auseinander, und die Sichtbarkeitzerfällt in isolierte Silos. Konsolidierung bringt diese Elemente in eine gemeinsame, kohärente Roadmap und macht verteilte Resilienz zu einem vorhersehbaren, wiederholbarenErgebnis statt zu einem ambitionierten Ziel.
Vendor Lock-in versus Operations Lock-in
Strategische Konsolidierung vereinfacht nicht nur den Betrieb – sie kann Abhängigkeiten sogar reduzieren. Lock-in entsteht nicht durch die Wahl eines einzelnen Anbieters, sonderndurch Fragmentierung und mangelnde Interoperabilität. Moderne SASE-Plattformen mit integriertem Zero Trust, SD-WAN, identitätsbasierendem Zugriff und offenen APIs sind auf Modularität und Portabilität ausgelegt. Durch gezielte Konsolidierung befreien sich Organisationen von der dauerhaften Last, fragile Integrationen zwischen zahlreichen Anbieternbetreiben zu müssen, und verwandeln weniger bewegliche Teile in grössere operative Flexibilität.
Das Lock-in-Risiko in fragmentierten Umgebungen ist oft subtiler – und schädlicher. Wenn Organisationen mehrere Anbieter zusammensetzen, verstricken sie sich häufig in eigeneSkripte, Integrationen und Workarounds. Selbst technisch portable Komponenten können so zu einem operativen Lock-in führen, der Migrationen, Upgrades oder Skalierung zukomplexen und fehleranfälligen Projekten macht. Eine einzelne, gut durchdachte SASE-Plattform vermeidet diese Falle, liefert Resilienz durch Architektur statt durch Abhängigkeitund ermöglicht es Teams, sich auf Ergebnisse statt auf das Löschen von Integrationsbränden zu konzentrieren.
Konsolidierung ist keine Risikostrategie – sie ist eine Fähigkeitsstrategie
Konsolidierung in modernen Netzwerk- und Sicherheitsplattformen bedeutet nicht Risikokonzentration, sondern die Erschliessung von Fähigkeiten. Echte Resilienz entsteht nicht durch das Verteilen von Funktionen auf möglichst viele Tools, sondern durch Abstraktion, konsistente Richtlinien und operative Disziplin. Eine konsolidierte SASE-Plattform bieteteinheitliche Beobachtbarkeit, Policy-Durchsetzung, Routing und Traffic-Kontrolle sowie Identitätsmanagement. Dieses Mass an Kohärenz über fragmentierte Systeme hinwegnachzubilden, ist enorm schwierig – ein einzelner gemanagter Anbieter liefert es hingegen standardmässig.
Indem Organisationen Fähigkeiten konsolidieren statt Anbieter aus reiner Vielfalt zu sammeln, gewinnen sie handfeste operative Vorteile. Sie können global bereitstellen, Sicherheit konsistent durchsetzen, umfassende Transparenz wahren, integrationsbedingte Ausfälle reduzieren und Arbeitsabläufe beschleunigen. Das Ergebnis ist ein Netzwerk, das nicht nurwiderstandsfähiger, sondern auch einfacher zu betreiben und strategisch flexibler ist. Konsolidierung wird – richtig umgesetzt – zu einem Hebel für Zuverlässigkeit und Effizienz, nicht zu einer Quelle von Verwundbarkeit.
Die Angst vor Konsolidierung ist weitgehend ein Relikt aus der Zeit klassischer IT-Architekturen. Zentralisierung in modernen Plattformen eliminiert Single Points of Failure durchintelligente, verteilte Architekturen, während offene Standards und modulares Design Vendor Lock-in verhindern. Die Entscheidung für einen einzelnen, gut konzipierten Anbieter – insbesondere einen, der seine Plattform selbst entwickelt und betreibt – ist kein Kompromiss, sondern ein strategischer Vorteil. Sie liefert vorhersehbare Resilienz, operative Einfachheit und die Freiheit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Beginnen Sie Ihre Reise zu einer einheitlichen SASE-Erfahrung noch heute, indem Sie diese Seite besuchen.
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